Reisebericht aus Brasilien vom 13. Mai 2015

Nach Brasilien bin ich am 13. Januar angereist und so, nach 4 Monaten, ist die höchste Zeit über meine Wanderung zu berichten. Ich bin nach Brasilien im Rahmen des ersten semestralen Studienaufenthalts zwischen der Karlsuniversität in Prag (wo ich im Doktorandenprogramm auf der philosophischen Fakultät, Zentrum der Iberoamerikanistischenstudien studiere) und der Universität Sao Paulo (USP-FFLCH) gekommen. Ich bin gekommen um die Studienunterlagen für meine Dissertation, deren Thema Auswanderung nach Brasilien im 19. Jahrhundert  bis  zum Jahr 1918 ist, zu verschaffen. Eigentlich suche ich tschechische Spuren in Brasilien, welche Leute von uns auf Zeit oder meistens auf Dauer da hinterlassen haben. Demnach läuft der Plan meiner Reise ab.

Im Januar nach der Anfahrt hatte ich mich eingeschrieben und an der USP studiert . Absolvierte den Sprachkurs für Auslandsstudenten. Unternahm 4 kürzere Reisen: 1) nach Piraju (Stadt im Land Sao Paulo) um die Nachkommen einiger Familien aus Trojanovice in Mähren , welche am Ende des 19. Jahrhunders  auf die Kaffeeplantagen auswanderten, zu suchen. 2) Bin auch nach Rio de Janeiro gefahren, damit ich Spuren der Erzherzogin Leopoldine, die mit einem Schiff zu Ihrem Bräutigam Prinzen Pedro im Jahre 1917 fuhr, forschen konnte. Mit Ihr sollte auch die Hofdame vom Hause Magnis von Strážnice in Mähren, Gräfin Magnis, mitkommen. Und im Jahr 1823 ein Glashändler aus der Umgebung von Nový Bor, Franz Scheiner, gründete hier die Handelsfirma Sociedade Germania. 3) Aus Rio bin ich in die Kaiserstadt Petropolis gefahren, weil da der Tronfolger Pedro Orleans Braganca unsere tschechische Prinzessin, Komtesse Eliška Dobrzenská am Anfang des 20. Jahrhunderts geheiratet hatte. 4) Bin auch in den Hafen Santos gefahren, nicht so viel wegen Pelé, vielmehr daher dass es ein bedeutender Imigrantenhafen war.

In Sao Paulo habe ich eine wichtige Landsunion, welche die Tschechen schon im J. 1895 unter dem Namen Slavia gegründet hatten, besucht. Gerade hatten sie sich von einer Tschechischlehrerin verabschiedet und begrüßsten eine Neue. Konnte auch das Imigrantenmuseum in Sao Paulo nicht übergehen. 

Am 13. März startete ich meine Runde. Flug von Sao Paulo nach Salvador, der Hauptstadt vom Land  Bahia.  Da suchte ich nach den Hubert-Brüdern, ebenfalls aus der Umgebung von Nový Bor, die hier bereits im J. 1807 einen Laden mit böhmischen Glas und Lustern hatten. Plangemäß begegnete ich da eine Studentin der UFBA, die eine interessante Arbeit, nahe meinem Thema, geschrieben hatte. Weiter in Bahia, in Jequie traf ich eine Professorin, die sich in der Vergangenheit zum Teil mit meinem Thema befaßt hatte. Ich forschte die ersten Ansiedlungen, die für die Ausländer, Einwanderer aus Europa, vor allem aus Deutschland, Schweiz, bzw. auch unseren Ländern, projektiert wurden. Fuhr nach der Linie von Städten: Itabuna, Ilheus, Uma, Comandatuba, Vila Vicosa. Suchte Spuren von Niederlassungen: Teodoro, Muniz, Leopoldina, Frankental. Auf der Strecke hatte ich Porto Seguro, wo Cabral Amerika entdeckt hatte. Von Nova Vicosa fuhr ich nach Nove Lidice, da mich interessierte, wie ist die Stadt, welche den Namen unserer Lidice trägt. 

Mitte April betrat ich das weitere Land Minas Gerais, um hier in den Städten Diamantina und Serro nach der Herkunft des brasilianischen Presidenten Juscelino Kubitschek, genauer wie war es mit seinem Urgroßvater Jan Nepomucký Kubitschek, zu suchen. Am 21. April kam ich in die Hauptstadt des Landes Minas Gerais – Belo Horizonte, um die Spurensuche nach J. N. K. fortzusetzen und mit den Nachkommen der Familie, deren Urgroßvater da im J. 1893 in der Stadt Sabara eine kleine tschechische Kolonie gegründet hatte, sich zu treffen. Auch die Stadt Ouro Preto habe ich besucht. 

28. April flug ich nach Cuiaba, in das Land Mato Groso. Von hier aus  ging eine eintägige Busfahrt in die Stadt Vila Bela, fast an der bolivianischer Grenze, wo ich nach dem Grab von Dominik Sochor, Mitglied der österreichischen Expedition vom J. 1817, gesucht habe. Dann zurück nach Cuiaba, eine Vorlesung auf der UFMT und Überflug in die Hauptstadt Brasilia. Da besuchte ich das J. K. Denkmal, gleichfalls die Universität, unsere Botschaft und die IBRAM Organisatin, von deren wir eine Bewertung für das Museum der Aussiedler nach Brasilien in Ralsko gewonnen haben. Danach Überflug nach Curitiba und mit unserem Botschafter, Konsul und Redakteur des Tschechischen Rundfunks zu Besuch bei einer bedeutenden Landskommunität in Sao Bento do Sul. Nunn verabschiede ich mich aus Curitiba, der Hauptstadt des Landes Parana, muß Schluß machen, bald fahre ich mit Bus nach Joinville. Ich bemühte mich die Photographien nach den Städten und Orten, welche ich in meinem Bericht aufzähle, zu verteilen. Also dann vielleicht wieder nach irgendeinem Monat…, aber früher als ich nach Hause zurück komme (13.7.).

Petr Polakovič, z.Z. vom Computer der Fam. Norbert Veselý in Curitiba, 12.37 örtlicher Zeit

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